Impressionen

„Auf die Weihnachtszeit einstimmen, das geht nur auf dem Herbstmarkt“

An einem Samstag, Ende November, stimmen sich viele ehemalige Schüler der Coburger Waldorfschule auf die Vorweihnachtszeit ein. Ob aus Bamberg, Stuttgart, oder Berlin, kein Weg ist ihnen zu weit, ihre alte Schule zu besuchen. Es ist nicht nur eine gute Gelegenheit viele alte Mitschüler und Lehrer wieder zu treffen, sondern auch die besondere Atmosphäre, die in diesen Wochen an allen Waldorfschulen herrscht, ob beim Martinimarkt, Adventsmarkt, oder eben dem beim Herbstmarkt, zu genießen.

Kurz nach 12 Uhr streift man gemütlich über das Schulgelände, um sich einen Überblick über die Angebote und Aktivitäten zu machen. Hinter dem Herzlich-Willkommen-Plakat vor dem Eingangstor hängt ein großes McWaldi Plakat. „Klassisch Burger oder vegetarisch?“ fragen die Verkäufer - Eltern und Schüler der 9. Klasse. In der Küche kann man Verena König-Brückner, ihre Lehrerin beobachten, wie sie die Burger zubereitet. Der McWaldi ist gut gefüllt.

An diesem Tag vermischen sich die Rollen. Die Eltern und Lehrer sind Köche, Buchverkäufer, Cafébetreiber. Die Schüler sind Kassierer, Küchenkräfte, wandelnde Wanderplakate, die auf die nächste Marionettenveranstaltung hinweisen. Das Markttreiben wird lebendiger und die Räume voller.

Viele Klassenzimmer sind kaum wieder zu erkennen. Man kann nur erahnen wie viel Arbeit es war, die vielseitigen Angebote vorzubereiten und die Stände so schön und aufwendig zu dekorieren. Eine Welt zum Träumen, Verweilen, Genießen wurde erschaffen. Die Einkaufstaschen füllen sich, in den vielen Themen-Cafés kann man sich stärken.

Am Stand mit Kräuter- und Blütensalzen erzählt die Horterzieherin, Frau Ulrike Steger, wie sie mit den Schülern in der Nachmittagsbetreuung im Sommer Kräuter und Blumen im Schulgarten gesammelt, dann getrocknet, gemörsert, mit Meersalz vermischt und zuletzt liebevoll verpackt hat. Gut angenommen wurde auch das neue „Kochbuch aus der Schulküche“. Auf die Initiative einer Mutter hin, die nach Rezepten der Schulküche gefragt hatte, ist ein Kochbuch entstanden, mit selbstgemalten Bildern der Schüler.

Am Kinderlädchen bildet sich inzwischen eine lange Schlange. Die Kinder warten geduldig, bis sie an der Reihe sind. Auch beim Kerzenziehen ist es nicht viel anders. Wie viel Geduld die Kinder brauchen, um eine Kerze selbst herzustellen! Die Zeit steht still, zumindest in diesen Augenblicken für die Kinder. Die Eltern versuchen sich in der Zwischenzeit, plaudernd und Punsch trinkend, in Geduld.

Die Schulköchin steht am offenen Feuer draußen, über ihr ein Schild „heiße Maronen“. Alexandra Zachau erzählt, dass ihre inzwischen 25-jährige Tochter, eine ehemalige Schülerin, auch angereist ist „Auf die Weihnachtszeit einstimmen, das geht nur auf dem Herbstmarkt“ sagt sie.

Jedes Mal ist es wie von Zauberhand vollbracht, wurde ein wunderschöner Markt geschaffen. Durch den gemeinsamen Einsatz entsteht ein Gemeinschaftserlebnis. Ein gelungener Herbstmarkttag geht zu Ende.

Fotos: Daniel Kalmbach

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