Krakaufahrt 2016

Josephine Altmann - Mit großer Vorfreude aber auch ein wenig Spannung traten wir am 24. Februar unsere Reise an. Zunächst ging unsere Fahrt aber nicht direkt nach Krakau sondern in das Steinkohlebergwerk „Guido“, welches noch etwa eineinhalb Stunden von unserem eigentlichen Ziel entfernt war. So bekamen wir unter Tage, in 320 Metern Tiefe, einen Einblick in die Arbeit eines Bergmanns und die Bergbaugeschichte dieses Bergwerks.

In Krakau angekommen, bezogen wir unsere Zimmer und erholten uns erstmal von der langen, anstrengenden und schlaflosen Fahrt. Anschließend machten wir uns in kleinen Gruppen auf den Weg in die Innenstadt. Unsere Erwartungen an die Stadt waren nicht besonders groß, da wir keinerlei Vorstellungen von Polen, geschweige denn von Krakau hatten. Doch als wir die Innenstadt erreicht hatten, waren wir von der Schönheit Krakaus überwältigt. Die beliebtesten und lohnenswertesten Sehenswürdigkeiten sind unter anderem der Wawel von Krakau, die Tuchhallen und der Marktplatz.

Am Freitagvormittag stand eine Führung durch das Jüdische Stadtviertel „Kazimierz“ und am Nachmittag eine Busrundfahrt durch das vom sozialistischen Städtebau geprägte Viertel „Nowa Huta“ auf dem Plan. Durch zwei Reiseleiterinnen wurde uns ein Einblick in die Geschichte des Stadtteils gegeben, sowie parallel dazu die Führung zu den bekanntesten und wichtigsten Plätzen diesen Viertels.

Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft, machten wir noch einen Abstecher zu der nahegelegenen Schindler-Fabrik. Dort hatten wir die Möglichkeit das Museum, das den Kriegsverlauf des Zweiten Weltkriegs aus polnischer Sicht widerspiegelte, zu besichtigen.

Am letzten Tag besuchten wir das Konzentrationslager Auschwitz/Auschwitz-Birkenau. Dort angekommen, erschreckte bereits das gigantische Ausmaß dieses Geländes. Über dem Hauptteil dieses Abschnitts des Lagers wurde der zynische Schriftzug „Arbeit macht frei“ angebracht. Wir wurden durch Bereiche des Museums geleitet, das in den einzelnen Kasernengebäuden untergebracht war. Darin waren hauptsächlich die Fundstücke, die nach der Befreiung am 27. Januar 1945 gefunden wurden aufgezeigt. Dieser Fundus bestehend aus Koffern, Geschirr, Schuhen und besonders erschreckend den Massen von Haaren der Gefangenen, verdeutlichte die Grausamkeit und Unbarmherzigkeit der Nationalsozialisten aber auch die Gutgläubigkeit und Hoffnung der Gefangenen bis zum letzten Augenblick.

Nach einem sehr anstrengenden aber auch sehr emotional bewegenden Tag machten wir uns mit dem Bus auf den Rückweg zu unserer Unterkunft in Krakau. Am Sonntag stand auch schon die Abreise an. Spät abends betraten wir wieder heimischen Boden und konnten auf eine sehr spannende und interessante Fahrt zurückblicken. Für mich persönlich war es eine der schönsten und spannendsten Fahrten in meiner Schullaufbahn.