Impressionen

Einführung in die Kunst des Puppenspiels

Innerhalb fünf Sekunden hoffnungslos und dann wiederum überglücklich

Fast ein ganzes Schuljahr haben die Schüler der 6. Klasse im Handarbeitsunterricht an ihren Marionetten gearbeitet. Heute wird den Figuren das erste Mal „Leben eingehaucht“. Die Schüler werden unter Anleitung von Peggy Hoffmann in die Kunst des Puppenspiels eingeführt. Seit Jahren kommt die ausgebildete Puppenspielerin an die Rudolf-Steiner-Schule in Coburg.

Sie erzählt von den Anfängen des Puppenspiels im Mittelalter. Schauspiel war damals etwas für die Großen, Wohlsituierten und Machthaber. Die einfachen Leute haben sich dieses in Form des Puppenspiels auf eine kleine Bühne geholt. So wurde es den Gauklern damals möglich, Könige, Bürgermeister u.a. als Puppen darzustellen und kritisch zu zeigen. Da es sich bei den Darstellern „nur“ um Puppen handelte, hatten die Marionettenspieler mehr Freiraum.

Am Anfang hängen die von den Schülern hergestellten Puppen im Klassenzimmer an einem Holzgestell, Peggy Hoffmann fordert die Kinder auf, mit ihren Puppen zu ihren Plätzen zu schreiten. Nach einer Vorstellungsrunde sagt sie: „Stellt eure Puppen auf die Füße, überlegt wie sie heißen und welchen Charakter sie haben, geht dazu gerne ein paar Schritte mit eurer Figur“. So beginnt die „Ausbildung“ der Schüler als Puppenspieler. Auf Fragen der Künstlerin gaben die Puppen Zeichen als Antwort. Sie sollten sich setzen, oder eine Hand heben und so wurden die Puppen, ganz nebenbei, nach und nach zum Leben erweckt.

Die 6. Klässler lernen, je langsamer die Bewegung, desto ausdrucksstärker die Figur. So wird ausprobiert, die Hand ihrer Figur in 10 Sekunden zu heben, sie in 6 Sekunden zu setzen, die Kinder sind konzentriert, verschmelzen immer mehr mit ihren Figuren und werden ruhiger. Die Puppenspielerin ist begeistert und lobt die Schüler, soviel Ausdruck in dieser kurzen Zeit, ein Gänsehautmoment. Über ein weiteres „Grundgesetz“ im Puppenspiel klärt Peggy Hoffmann auf: Aktion kommt vor Wort, also erst bewegt sich die Puppe, dann spricht sie. So kann man die Figur bzw. die Situation besser verstehen, lernen die Schüler.

Die nächste Aufgabe ist Gruppenarbeit, es werden Szenen zu bestimmten Themen gespielt. Besuch beim Zahnarzt, Situation auf dem Pausenhof, das bereits Erlernte soll umgesetzt werden. Mitten im Geschehen sagt die Puppenspielerin „freeze“ die Szene und die Haltung der Puppen soll „eingefroren“ werden, alle stehen still. „Hat deine Puppe noch Ausdruckt?“ fragt der Profi.

Peggy Hoffmann zeigt den Schülern noch einige andere Geheimnisse des Puppenspiels und diese versuchen sich hochkonzentriert an den unterschiedlichen Übungen.

Sie haben gelernt, ihre Puppen in Sekunden sterben zu lassen, sie zum Leben zu erwecken, sie verzweifelt, freudig, müde zu zeigen, sie innerhalb von fünf Sekunden hoffnungslos und dann wiederum überglücklich darzustellen, alles ohne Worte. Intensive und beeindruckende zwei Stunden Arbeit gehen so vorbei. So ausgerüstet, können sie die nächsten beiden Wochen mit Feuereifer an den kleinen selbst erdachten Stücken proben, die sie den Eltern und Geschwistern präsentieren werden.

Aktuelle Termine

23. Januar 2018
Regionalentscheid Mä/Ju III (2003 – 2006)
ab 10:00 Uhr
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06. Februar 2018
Schulführung
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06. März 2018
Schulführung
18:00 Uhr
Schulbüro