Uhrmacherin im Klassenzimmer - Mit Lupe und Pinzette auf der Suche nach der Zeit

Die Uhrmacherin Daniela Sonnenburg stellt im Rahmen der Handwerkerepoche in der 3. Klasse an der Waldorfschule ihren Beruf vor. Eine Uhrmacherin, die bei Karl Sippel in der Lehre war, dort viele Arten von Uhren bestaunen und an ihnen arbeiten konnte und mit Batterien wechseln damals sehr wenig zu tun hatte.

Sie zeigt den Schülern wie Uhren aufgebaut sind, indem sie ein kleines, einfaches Werk einer Tischuhr auseinanderbaut. Die Uhr wird abgespannt, der Anker ausgebaut, das Zeigewerk demontiert, die Splinte gezogen und nun kann das Gehwerk herausgenommen werden. Eine Uhr ist ein hochkompliziertes Konstrukt. Die Schüler schauen aufmerksam zu. 

Frau Sonnenburg erklärt die nötigen Werkzeuge, wie z.B. Lupe, Pinzetten, feine Zangen und feinste Schraubendreher, sie erzählt worauf man in diesem Handwerk besonders achten muss: "Es ist ganz wichtig für den Uhrmacher, sein Werkzeug in Ordnung zu halten."

Die Uhrmacherin erklärt wie die Energie im Federhaus entsteht und skizziert diese Funktion an der Tafel.  Die Kinder dürfen die zum Teil winzigen Einzelteile in die Hand nehmen und sie bestaunen. Man braucht Geduld und einen Boden ohne Ritzen, lächelt Frau Sonnenburg. Falls doch einmal etwas fehlen sollte, so sollte ein Uhrmacher im Stande sein, die kleinsten Einzelteilchen selbst herzustellen, z. B. eine „Unruhwelle“ zu drehen. "Als Uhrmacher kannst Du mit Metallen umgehen"

"Wer hat die Uhr erfunden?" fragt sie in die Runde und erzählt von den ersten Formen des Zeitmessens, der Zeiteinteilung, von Kerzen-, Sand-. Wasser-. Feuer- und Sonnenuhren bis hin zur mechanischen Uhr. Daniela Sonnenburg erzählt von der ersten Taschenuhr, welche um 1510 entstanden ist und bietet den Kindern an, in einem sehr großen und dicken Buch über die Uhren mal nachzublättern und sich die Geschichte der Uhren anzuschauen.

Der Uhrmacher muss die Zeit berechnen können erfahren die Drittklässler. Dann wird es fast schon philosophisch: "Wo kommt die Zeit her?"

Später wird die Uhr wieder zusammengebaut und die Schulstunde, also 45 Minuten, gingen wie im Flug vorbei.