Standing Ovations für Coburger Schüler auf dem Internationalen Jugend Eurythmie Festival in Witten

Teilnehmer aus aller Welt - Südamerika, Asien, Europa, trafen sich auf dem Internationalen Jugend Eurythmie Festival in Witten. 53 Aufführungen durch Schüler, Projektgruppen, Studenten und Eurythmie-Bühnenensembles. Dieses Jahr war zum ersten Mal auch die Coburger Waldorfschule vertreten. In Kooperation mit der Waldorfschule Dresden standen die 10. Klassen beider Schulen gemeinsam auf der Bühne.

Erstes Bild - Credit: Witten/Annen, Marion Körner

Fünf Tage dauerte das Festival. Die rund 950 Teilnehmer konnten vormittags an unterschiedlichen Workshops teilnehmen, u.a. an brasilianischen Tänzen, Schauspiel, Stopp-Motion. Ab dem Nachmittag bis in die Nacht hinein gab es Eurythmieaufführungen, der Saal war mit seinen 500 Sitzplätzen durchgehend vollbesetzt. 

Am Tag des Auftritts der Coburger wurden die Kostüme noch einmal gebügelt und die letzten Vorbereitungen getroffen. Abends war es dann so weit, jeder war total aufgeregt. Dann kam der Moment "wir wollten nur noch auf die Bühne“ erzählt der Schüler Itay ganz euphorisch „wir hatten ein sehr kompliziertes Stück, eine Herausforderung, 48 Menschen zum Teil gleichzeitig auf der Bühne. Alle mussten aufmerksam und wach sein.“ 

Abwechselnd mit der Musik von Boris Tishchenko präsentierten die Schüler ein zeitgenössisches Gedicht von Friedrich Kempter. Ein Drache, welcher als Synonym für Terror, Krieg und Angst steht, zerstört die Erde. Aber etwas bleibt, etwas wird von Göttlichem beschützt, Liebe und Glaube bestehen, selbst in den schlimmsten Zeiten und haben am Unvergänglichen teil. Die Arbeit eines dreiviertel Jahres fand ihren Höhepunkt. Alles hat geklappt, auch die chorografischen Übergänge. Die Zuschauer waren begeistert, es gab Standing Ovations. „Es hat uns allen Spaß gemacht, unser Können zu zeigen. Es ist eine Aufführung entstanden, von einer Qualität, von welcher wir vor einem halben Jahr nur träumen konnten", erzählt Daniela Schneider stolz.

Abends gab es Livemusik und DJs und es wurde noch bis spät in die Nacht getanzt. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit, Kontakte zu Waldorfschülern aus z. B. Bulgarien, Tokio, Brasilien, Norwegen, Schweden, England, Frankreich, Schweiz... zu knöpfen. Die Teilnahme war für die Coburger und Dresdner Schüler ein absoluter Erfolg und ein sehr schönes Erlebnis.

Zurück in Coburg schwelgen die Schüler in Erinnerungen, sie haben viele Aufführungen gesehen, von klassisch bis hochmodern, einen feineren Blick für die unterschiedlichen Chorografien, das unterschiedliche Niveau dieser erhalten. „Am hervorstechendsten waren die Brasilianer, das war die beste Aufführung“ erzählt Florian Mulz immer noch voller Bewunderung „die waren total kreativ, mit komplexen Themen“. Antoniella Volkmann fand wiederum die Japaner sogar noch besser, sie präsentierten „einfache Formen, aber fein ausgearbeitet. Aber auch die Norweger waren toll und die Hamburger...“ Die Schüler haben seit dem Festival ein anderes Verständnis für Eurythmie, es wurde ihnen deutlicher, dass es sich um Kunst handelt. 

Und wie ganz nebenbei sind die beiden Klassen zu einer Gemeinschaft, einem Team zusammengewachsen. Sie haben voneinander gelernt und sich gegenseitig angespornt. So fiel der Abschied schwer. Aber es gibt Überlegungen nächstes Jahr wieder gemeinsam am Festival teilzunehmen.