Impressionen

Coburger Waldorfschule ist 25 Jahre jung

Coburg - (Udo Wegner) Die Rudolf-Steiner-Schule Coburg ist seit ihrer Gründung im Jahre 1988 zu einem nicht mehr wegzudenkenden Teil der regionalen Schullandschaft geworden. Mit den staatlichen Schulen ist durch die gemeinsame Vorbereitung und Durchführung der Abschlussprüfungen ein kollegial-freundlicher Umgang mit gegenseitiger Wertschätzung gewachsen.

Waldorf lässt Zeit

Wenn man zur Pausenzeit die vielen fröhlichen Kindergesichter sieht, kann man den Eindruck gewinnen, dass hier Schüler länger mit Freude bei der Sache sind. Mittlerweile hat es sich  herumgesprochen, dass die Waldorfpädagogik einiges anders macht als die traditionellen Schulformen. So wird im Grundschulbereich den Kindern wesentlich mehr Entwicklungszeit für das Lesen und Schreiben gegeben als es sonst üblich ist und die Buchstaben werden nicht nur mit Hilfe von Bildern präsentiert, sondern anhand von Geschichten auch besonders tief in den Kinderseelen beheimatet, so dass viele Kinder selbst nach Jahren noch wissen, welche Tiere ihnen welche Buchstaben „geschenkt“ haben.

Aber auch die älteren Schüler bekommen Zeit, um sich eine Allgemeinbildung anzueignen, die diesen Begriff auch wirklich verdient. Dazu gehören in Waldorfkreisen neben den gewohnten, mehr intellektuell geprägten Wissensbereichen Schwerpunkte in der musikalischen Bildung (Es wird auch in anderen Fächern als Musik regelmäßig gesungen, und alle Schüler lernen Flöte spielen.) sowie im Künstlerisch-Praktischen (z.B. Steinmetzen, Buchbinden oder Gartenbau). Und selbstverständlich wird auch der „berufliche Ernstfall“ anhand verschiedener Praktika geprobt.

Es gibt immer noch dreizehn Schuljahre bis zum Abitur, wodurch den Schülern der G8-Rummel zum großen Teil erspart blieb.

Leben heißt Veränderung

Wenn wir Menschen älter werden, zeigt sich das äußerlich in ganz natürlichen Falten, die manche von uns nicht akzeptieren wollen. Bei der Coburger Waldorfschule fand ein wesentlich gesünderes „Facelifting“ in Form verschiedener Neu- und Ausbauten statt: So wurden für den unmittelbaren Unterricht ein weiteres Schulgebäude für die Unterstufe und Fachräume für die Oberstufe (Das alte Gebäude platzte aus allen Nähten!), eine Turnhalle und Außensportanlagen geschaffen. Genauso wichtig war der Ausbau von Räumlichkeiten für die wachsende Anzahl von Schülern in den Nachmittagsbetreuungen, um auch die Bedürfnisse von ganztags arbeitenden Eltern zu berücksichtigen.

Hier hat der so genannte „Baukreis“ sein ureigenstes Schaffensgebiet, in dem Eltern und Lehrer gemeinsam sämtliche Aspekte der Bauplanung diskutieren. Doch die Durchführung wird erst durch die offene und beratende Unterstützung der verantwortlichen Stellen in der Stadt Coburg möglich, weswegen hier ein ganz besonderer Dank auch an diese Menschen ergeht, ohne die Vieles nur Wünsche geblieben wären.

Doch wie bei uns Menschen sind die wichtigsten Veränderungen beim Älterwerden vielleicht gar nicht die äußeren, sondern die inneren. Und da hat es in der jüngeren Zeit viel Bewegung gegeben. An dieser Stelle sei als wichtigstes Beispiel ein ganz neues Gremium erwähnt, die „Schulkonferenz“, die sich regelmäßig trifft und genauso wie die wöchentliche Lehrerkonferenz die Weiterentwicklung der gesamten Schule im Auge hat. Dieses Gremium ist paritätisch mit Eltern und Lehrern besetzt und zeigt das wünschenswert große Interesse der Elternschaft an der gemeinsamen Gestaltung eines pädagogischen Lebens- und Entwicklungsraums für die heranwachsende Generation, also an der Zukunft unserer Gesellschaft.

Alle, die sich im weitesten Sinne für diesen lebendigen Schulorganismus interessieren, lassen Sie uns innerlich die Gläser erheben auf die nächsten 25 Jahre.

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