Impressionen

Typisch Waldorf - theoretisch, praktisch, souverän

Bei der Präsentation ihrer Jahresarbeiten, die zum Waldorfabschluss gehören, stehen die Schüler der 12. Klasse ganz selbstverständlich auf der Bühne vor einem großen Publikum. Nur Wenigen merkt man etwas Nervosität an. Die Schüler hatten ein Jahr Zeit sich mit einem Thema Ihrer Wahl auseinanderzusetzen und es theoretisch und praktisch zu durchleuchten, durchaus vergleichbar mit einer Semesterarbeit. Souverän sprechen sie über ihre selbstgewählten Themen und ziehen damit das Publikum in ihren Bann. 

Nele Bähr macht am Freitag den Anfang und stellt ihr Thema "Fair Trade" vor. Sie erklärt die Grundlagen, Standards des fairen Handelns, die Handelsketten anhand von Kakaobauern und weist darauf hin, dass es nicht nur Fair-Trade-Produkte, sondern inzwischen auch Fair-Trade-Schools und Towns gibt, also Institutionen die dieses Siegel erhalten, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.  

Selina Prusnat hat sich dem Thema „Adoption in Brasilien“ gewidmet. Sie ist selbst ein Adoptivkind und hat letzten Sommer das erste Mal Brasilien mit ihren Adoptiveltern besucht, auf den Spuren ihrer Herkunft. Sie berichtet, dass es die Adoption bereits bei den Römern gab. Sie stellt den Verein „Ein Zuhause für Kinder“, der ein jährlichen Treffen der adoptierten Kinder aus Brasilien organisiert vor. Ihre praktische Arbeit erfüllte sie mit einem Videointerview, dass Sie mit einer Adoptivfamilie führte. Für welchen Fußballverein ist sie, wenn es ein Länderspiel Deutschland-Brasilien gibt, fragt ein neugieriger Zuschauer, Selina grinst: für Brasilien lautet ihre Antwort.

Beim Kunststoff hat sich Konstantin Behling mit der Problematik der Umweltverschmutzung durch diesen Werkstoff beschäftigt. Er erzählt, dass etwa 13 Millionen Tonnen Plastikmüll jährlich im Meer landen, sich dieser im Wasser über Jahrzehnte zersetzt und Schadstoffe absondert. Die gelangen über die Nahrungskette am Ende auch beim Verbraucher. Seevögel verenden qualvoll an Plastikteilen in ihrem Magen und Fische verwechseln winzige Plastikteilchen mit Plankton. 

Konstantin weist auf das Projekt des jungen Niederländers Boyan Slat hin, dieser möchte mit riesigen Trichtern Müll aus dem Meer fischen und dem Recycling zuführen, wodurch sich das Projekt auch finanzieren soll. Da keine Netze benutzt werden, ist diese Methode ungefährlich für Meereslebewesen.

Später erklärt der 12.Klässler das Prinzip der Gelben Tonne und erzählt von seinem Besuch einer Recyclinganlage in Eisfeld. Ein Teil des im gelben Sack gesammelten Kunststoffs wird geschmolzen und es entsteht das Granulat, ein Ausgangsmaterial für neue Produkte. 

Warum er dieses Thema gewählt hat, fragt ein Zuschauer. Er hat in Erdkunde einen Film über diese Problematik gesehen, außerdem habe er bei seinem Aufenthalt in Russland erlebt, dass der Müll dort nicht getrennt wird, dieser landet oft auf dem Boden, das hat ihn beschäftigt. „Inzwischen nerve ich meine Eltern mit dem Hinweis auf Kunststoff in den Produkten und bitte darum das Konsumverhalten zu hinterfragen“. An seinem Informationsstand zeigt er plakativ wie man Plastikmüll vermeiden kann.  Einen solchen Stand hat jeder der Schüler, um seine Arbeit zu präsentieren und Fragen zu beantworten. Die Eltern, Verwandten, Freunde und Lehrer gratulieren stolz und begeistert den Schülern.

„Oberflächenbearbeitung & Veredelung von Metallen“, „Bücherverbrennung“, „Wölfe“ und „Die Grenzsicherung der DDR“ waren weitere Themen der insgesamt 23 Vorträge. Am Samstagabend beendet Nikolai Fenderl mit seiner Arbeit über Rap-Musik zwei spannende und intensive Tage. Interessant zu erleben, was junge Erwachsene beschäftigt und welche Rückschlüsse sie ziehen. 

Aktuelle Termine

27. Juni 2018
Abiturfeier
18:00 Uhr
Festsaal

07. Juli 2018
Sommerfest mit Präsentation Projektwoche
12:00 Uhr
Schulgelände

27. Juli 2018
Waldorf- und Realschulfeier
18:00 Uhr
Festsaal